Aufbauweiterbildung Traumazentrierte Fachberatung – systemisch gesehen! Traumatische Erfahrungen prägen das Erleben, Denken, Fühlen und Handeln von Menschen oft nachhaltig. Fachkräfte in Beratung, Sozialer Arbeit, Pädagogik, Therapie und Gesundheitswesen begegnen traumatisierten Menschen regelmäßig, häufig ohne dass die Traumafolgen unmittelbar erkennbar sind. Eine traumasensible Haltung und fundiertes Fachwissen sind daher unverzichtbare Grundlagen professionellen Handelns. Die Aufbauweiterbildung verbindet aktuelle Erkenntnisse der Psychotraumatologie mit systemischem Denken und Handeln. Im Mittelpunkt stehen ein ressourcenorientierter Blick auf Menschen und ihre Lebenskontexte sowie die Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten für die Beratungspraxis. Die Weiterbildung vermittelt theoretische Grundlagen, praxisnahe Methoden und systemische Interventionen für einen sicheren und professionellen Umgang mit traumatisierten Menschen in der Beratung. Dabei werden Stabilisierung, Ressourcenaktivierung und traumasensible Gesprächsführung ebenso behandelt wie die Arbeit im Zwangskontext, virtuelle Beratungssettings und Richtlinien für traumasensible Beratung.
Pädagogische Fachkräfte aus Jugendhilfe, Beratungsstellen, Kita, Schule, etc.
Voraussetzung für die Teilnahme
Als Voraussetzung für die Teilnahme an der Aufbauweiterbildung gilt die erfolgreiche Teilnahme
an einer Weiterbildung Traumapädagogik, die alle Vorgaben für die Zertifizierung durch die
DeGPT und den FVTP erfüllt.
Die Weiterbildung setzt sich aus 2 Modulen (je 2 Tage) zusammen. Die Module bauen aufeinander
auf und greifen ineinander. Alle Module bestehen aus Theorieanteilen sowie der Möglichkeit zur
Fallbesprechung und praktischer Umsetzung. Diese Teile werden jeweils abhängig zu den
Anliegen der Teilnehmenden gestaltet.
Für einen qualifizierten Abschluss ist die Teilnahme an allen Modulen, die Ausarbeitung einer
Falldarstellung über einen im Laufe der Weiterbildung durchgeführte traumazentrierte Beratung
notwendig.
Die Grundsätze der Traumapädagogik gelten auch für die Seminartage: Das Seminar als sicherer
Ort für die Teilnehmenden, in dem alle Seminarthemen Angebote sind, und die Teilnehmenden
entscheiden, wie weit sie ein Angebot für sich nutzen möchten.
Leitung 1. Tag: Andrea Galitz
Grundlagen traumasensibler, systemischer Beratung (9 UE)
• Begriffsklärung sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten von: Traumaberatung,
traumazentrierter Fachberatung, Traumacoaching und Traumapsychotherapie
• Grundlagen systemischer Beratungsansätze/-theorien sowie klientenzentrierter Beratung
und lösungsorientierter Beratung
• Gesetzliche Grundlagen und ethische Richtlinien
• Finanzierung, Dokumentation, Evaluation und Qualitätssicherung
Modul I:
Leitung 2. Tag: Simone Densing und Stephanie Selbach
Beratungsprozess traumasensibel gestalten (9 UE)
• Rahmenbedingungen der Beratungsbeziehung und Beziehungsgestaltung
• Grundprinzipien der Beratung und Haltung
• Strukturierung von Beratungsprozessen
• Traumasensible Gespr.chsführung
• Grundlagen einer traumasensiblen Beratung
• Beratungsmethoden und Kommunikationsmodelle
• Indikationen zur Weiterverweisung
Leitung 1. Tag: Lucas Schoob und Vanessa Michels
Unterschiedliche Settings von Traumaberatung (9 UE)
• Traumafachberatung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (direkt Betroffene)
• Traumafachberatung von Funktionsträgern - die mit traumatisierten Menschen arbeiten
• Beratung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Special Needs)
• Berücksichtigen aller Genderformen
• Ein- vs. Mehrpersonensettings
• Migrationsberatung, Beratung im Kontext Flucht
• Beratung im Kontext von ambulanten, (teil-)stationären Einrichtungen der Jugendhilfe
• Sucht- und Drogenberatung
• Chat, Onlineberatung, Medienkompetenz, Plattformen, Apps, Tools
Leitung 2. Tag: Andrea Galitz
Traumapädagogische Methoden zur Begleitung im Alltag (9 UE)
• Beratung in Krisensituationen
• Zwangskontexte
• Eskalation und Aggression/Gewalt in der Beratung
• Eigene Grenzen und Themen wahrnehmen, reflektieren und berücksichtigen
• Grenzen der Einrichtung, des Settings und der Rahmenbedingungen kennen und nutzen.
• Rechtliche Grenzen
Gesamt 36 UE Weiterbildung
Voraussetzungen für die Erteilung eines Zertifikates durch die DeGPT und den FVTP:
Teilnahme an den Modulen:
Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikates ist die Teilnahme an allen Modulen der
Weiterbildung (36 UE). Verpasste Kursinhalte, beispielsweise aufgrund von Krankheit oder
anderen nachvollziehbaren Gründen, müssen nachgeholt werden.
Fallarbeit
Die Falldarstellung erfolgt schriftlich und sollte mindestens 10 DINA4 Seiten umfassen jedoch 20
DINA4 Seiten nicht überschreiten. (Siehe Handout Fallarbeit)
Bei Einfachabschluss Traumazentrierte Fachberatung
• Teilnehmende, die einen Einzelabschluss erwerben im Schwerpunkt TZFB, erhalten ein
Zertifikat, in dem dieser Schwerpunkt ausgewiesen ist:
Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung, Schwerpunkt Traumazentrierte
Fachberatung (DeGPT/FVTP).
• Es sind die oben genannte Leistungen und Voraussetzungen für einen Einzelabschluss zu
erbringen.
Bei Dopppelabschluss Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung
• Teilnehmende, die ein sog. integriertes Curriculum absolvieren, das beide Einzelabschlüsse
zugleich beinhaltet (Schwerpunkt TP und Schwerpunkt TZFB), das heißt im Anschluss direkt
die Aufbauweiterbildung Traumazentrierte Fachberatung machen, erhalten am Ende beider
Weiterbildung ein Zertifikat, das diesen Doppelabschluss dokumentiert (beide Schwerpunkte
sind in einer Abschlussurkunde dokumentiert).
• Es sind die Leistungen für beide Weiterbildungen zu erbringen.
Zertifikatsgebühren
Für die Vergabe eines Zertifikats erhebt die DeGPT eine Gebühr in Höhe von 50.- Euro pro
Absolvent:in (Inflationsbedingte Anpassungen sind möglich). Der Betrag ist zusätzlich zur Gebühr
für die Weiterbildungen fällig, falls ein DeGPT/FVTP Zertifikat gewünscht wird. Die
Absolvent:innen erhalten eine separate Rechnung.
Das vollständige Curriculum
Das vollständige Curriculum ist unter folgendem Link einzusehen:
https://www.degpt.de/fileadmin/all_user/download/weiterbildung-undcurricula/
2025_FVTP_DeGPT_Curriculum_Traumapaedagogik_Traumazentrierte_Fachberatung.